Die gute Welt

Wir lagen im Bett rum und rauchten

Gras, tranken und redeten irgendwelchen

Philosophischen quatsch vor uns hin

Hochgestochene Sätze, die wir teilweise selbst

Nicht verstanden, abgekupfert aus irgendwelchen Büchern

Sie redet von Sinn, Moral und der guten Welt

Wie nahe sie doch sei,

Ich stehe auf und gehe zum Fenster

Und sehe den Sinn, die Moral, die gute Welt

In Form von grauen Menschen, Pennern

und einer Leiche am Strassenrand

wie nahe sie doch ist

Kategorien:Allgemein

A: Synonym für…

A: Synonym für Liebe?

K: Stockholm-Syndrom?

Zwischen Idealismus und Pragmatik schwankend

Wie sehr ich doch Mitgefühl lobe. Selbst wenn ich wieder einmal eine Textstelle antreffe, in der Mitgefühl als die höchste Form der Liebe gepriesen wird, schüttle ich nicht den Kopf. Jedoch dünkt es mich in manchen Situationen wenig Wert, Mitgefühl aufzubringen, wenn es nicht von Verständnis begleitet wird. Dabei denke ich bewusst an Leute, meine Wenigkeit vielleicht inbegriffen, deren stilles Ego sie zwar nicht dazu zwingt, sich öffentlich über andere zu stellen, sie es aber von Grund sind, wenn sie sich nicht gerade damit beschäftigen. Leute die sich selbst als Gut bezeichnen ohne sich überhaupt richtig mit dem Bösen, mit dem Abgrund auseinandergesetzt zu haben.
Diese Leute, die ihr Idealbild für feste Wirklichkeit zu halten scheinen und die noch nichts von der Pragmatik des Lebens mitbekommen haben, sind dann genau die, die kein Verständnis für eine andere Situation aufbringen können.

„Ich meine ich weiss ja, dass man sich nicht nach aussen hin orientieren sollte, doch ab und zu ist es halt schon schwer, single zu sein“, sagt er und bekommt mit verständnislosen Augen als Antwort:
„Aber du solltest doch eigentlich alle Zeit geniessen, die du hast? Egal ob du jetzt allein oder zu zweit bist?“
Ja dann entschuldige, dass ich Mensch bin und nicht immer perfekt agiere. Entschuldige, dass ich mir noch oft Gedanken mache, dass ich noch oft wehmütig und melancholisch zu Hause sitze und das ich rauche und trinke, obwohl es nicht gesund ist. Entschuldige, dass ich fehlerhaft, dass ich menschlich bin?
Die Qual der Wahl zwischen zwei verschiedenen Leben. Einerseits das Leben des nach Göttlichkeit strebenden, nach Perfektionismus suchenden. Bis zu guter Letzt kein einziges Laster mehr durch sein Wesen und kein böser Gedanke mehr durch seinen Kopf zieht.
Andererseits das Leben des Menschen in all seinen Facetten, geprägt von Emotionen, impulsiven Handlungen und vor allem, geprägt von der Sünde. Denn der Mensch ist zwar nicht a priori ein zur Sünde verdammtes Wesen, es scheint jedoch in dem Entschluss, alle Gefühle auszuleben verankert. Denn durch das Akzeptieren der eigenen Unperfektheit gibt es zwar, ideal gesehen, keine Sünden mehr, doch passieren uns immer wieder Dinge, für die wir eine gewisse Reue empfinden.
Und kommt mir jetzt nicht damit, dass Reue eine Empfindung ist, die keinen Platz verdient hätte, weil es in einem Moment genau das war, was man wollte. Das sagt ihr nämlich nur, weil Reue euch nichts bringt. Würde sie euch nützen, ihr würdet euch kriechend in ihr wälzen.
Alles was ich nun kann ist Mitgefühl empfinden obwohl ich es nicht verstehe.
Und vielleicht nur um mich selbst zu retten, muss ich behaupten, dass Mitgefühl ohne Verständnis vielleicht gar nicht schlecht ist.
Es wäre zumindest ein Anfang.


Es dankt fürs Lesen, Kapitän Auven

Kategorien:Allgemein

Graue Tage

Es regnet, ich sitz auf einer Bank

Höre dem Regen zu und fühle

Wie meine Kleider immer feuchter werden

Eigentlich bin ich tropfnass, die Flasche Whisky

Halbleer, hält mich warm

Meine Zigaretten sind längst nur noch Matsch

Geld für neue hab ich nicht dabei, jetzt ne Kippe

Rauchen, das wär’s, tief inhalieren und geniessen

Noch ein Schluck, wohl einer zu viel und

Ich übergebe mich zielsicher neben die Bank

Was mache ich hier eigentlich?

Fliehen, vor Menschen die ich mag, die mir gut tun

Zu einem den ich hasse in traute Zweisamkeit

Es ist kalt, saukalt und ich mach

Wie meistens alles falsch

Versinke in Selbstmitleid, in Alkohol und Erborchenem

Kein guter Abend und doch brauch ich

Genau diese Abende

Als ehrlicher Kontrast zu all dem schönen und ehrlichen

All das was mich heute mal wieder so richtig Ankotzt

Kategorien:Allgemein

Auf der Suche

Ein paar Bier, eine Wiese

Bevorzugt Rumliegen und die Wolken betrachten

Über dies und das reden, geniessen

Tom malt Bob’s an die Wand

Kleine Strichmännchen

Und zehn Minuten später ist alles farbig

Obszönes, tiefes, kunstvolles, abstraktes

Gekritzel aus Kreide

Aus den Boxen gemütliche Musik

Reggae, laut und friedlich

Selbst die Polizei sagt nichts

Obwohl der Strom offensichtlich geklaut ist

Unser kleines Paradies

Mitten im Dreck der Betonwüste

Nur für kurze Zeit

Ein kleines Stück Freiheit

Kategorien:Alltag, Gedichte, Lyrik

Bewusstlos lebendig

Rastlos wandere ich durch die Strassen

Getrieben von etwas, ohne Ziel

Drauflos, nicht stehen bleiben

Ohne Anteilnahme vorbei an Objekten

Die sich Gleichgültig an mir vorbeibewegen

Lachen, scherzen, hassen

Können sie, ohne Bezug zu sich selbst

Lachen, scherzen, hassen

Sie in den Tag hinein

Die selbe Rastlosigkeit,

die selbe Ziellosigkeit,

kein Bewusstsein dafür,so entgeht man

jeglicher Konfrontation

mit diesem Zustand, in dem leben

etwas in einem tötet

von dessen Existenz wir nichts wissen

vielleicht auch nichts wissen wollen

Es grüsst Herr Mannelig

Kategorien:Gedichte, Lyrik

Kompass

10. September 2011 Hinterlasse einen Kommentar

Langeweile im Englischunterricht resultiert wohl doch in eine Art Produktivität?

    Kompass

Dein Herz schreit nach Leben

Und dafür wirfst du dich mitten in den Sturm hinein,

Fetzen fliegen um dich und dein Wille lässt die Erde beben.

Dann horchst du in dich hinein und fragst, ist das genug?

Doch dein Herz schreit nach Stille.

Also schnappst du dir einen Pflug und mähst alles nieder.

Umgeben von nichts, wird deinem Herz die Leere der Stille zu wieder

und es schreit, und schreit, und schreit,

nach Neuem, nach Leben.

Doch was willst du dieser rastlosen Seele noch alles geben?

Was noch in die lodernden Flammen werfen?

Wann lernst du endlich dein Herz zu beherrschen, hörst endlich auf

durch deren Extreme blind zu sein.

Und setzt es als Kompass ein.

Es dankt fürs Lesen, Kapitän Auven

Kategorien:Allgemein

Onyxaugen

Onyxaugen

Wie kann etwas enthüllt werden

Was klarer nicht erscheinen könnte

Wie die Sonne, die die Netzhaut verglüht

Ohne Verlangen sich abzuwenden

Brennt sich Furcht in den kleinen Körper

Der alles was er nicht sehen möchte

Tief in seinem Schatten verbirgt

Welcher, genährt von all den Ängsten

All den verlorenen Träumen, wächst

Hände greifen nach dem Augenlicht

Und beinahe Willenlos, sachte an der Hand geführt

Unfähig  das zu erkennen

Was klarer nicht erscheinen könnte

 legt sich der blinde Körper in die scheinbar sanften Arme

Eine leise Melodie, wie nicht von dieser Welt

Dringt an seine tauben Ohren

Findet  Erlösungs und Mitgefühl in der stillen Umarmung

Eines grotesk verzerrten Schattenwesens

Ein Glitzern, nur eine Träne

aus den  dunklen Onyxaugen

 

Es grüsst Herr Mannelig

Kategorien:Allgemein

Freiheit? Oder doch nur wieder eine Flucht

Viel Zeit, vieleicht zuviel, regt zum schreiben an. Was dabei rauskommt ist unterschiedlich, mindestens die hälfte nicht zur Veröffentlichung geeignet, eines der etwas Grenzwertigen gibts jetzt und hier in Mannelig exklusiver Herbstkolektion mit 50% Rabatt auf’s Niveau

 

Eine gescheiterte Existenz, von Anfang an verloren

Wäre ne gute Ausrede, bin ich leider nicht

Versuche es nur manchmal zu sein,

um mir sechs Uhr morgens nach etwa Zehn Bier,

Amphetamin und vielen Tüten nicht zu tief

in die Augen sehen zu müssen

Auf den Lippen Kotze und ein paar leere Worte

Im Kopf ein Rauschen das keinen Gedanken zulässt

ausser dem Blick, tief in deine Augen, wo irgendwo

unter all dem Dreck und Unrat mal deine Seele war

Verlorene Jugend, sich selbst Überlassen, allein gelassen

Irgendeine Ausrede gibt es immer, so wie mehr Bier

mehr polytoxischer Wahnsinn, was auch immer

Wenn mir das Leben nur halb so egal wäre,

ich hätte mir längst die Kehle aufgeschlitzt

ist es leider nicht

Ein Bier, dann ist auch dieser Gedanke wieder weg

Ne Line und ich hab wieder Freude,

Ein Joint und ich kann’s geniessen

Viel zu viele Tage für nichts Leergelebt

Auf der suche nach einem, diesem Stück Freiheit,

dem Leben immer wieder auszuweichen ist nicht einfach

Jedenfalls nicht wenn es so klar vor dir steht

Wie deine zerstörten Augen in einem dreckigen Spiegel

Während einer hinter dir seinen Magen zum sechsten

Mal in die kleine Schüssel würgt

Schaum und Galle, nichts als Schleim, Schaum und Galle

 

Es grüsst Herr Mannelig

Kategorien:Alltag, Gedichte, Lyrik

Entferntes fühlen

Sollte ich?

Fühle mich verpflichtet

Zu fühlen, kenne dieses Gefühl

Es schmerz, es bleibt ein Hauch von Gefühl,

Rebelliert, vermeidlich selbstständig

Warum?

Wenn ich doch fühle,

berechtigt bin zu fühlen

Widerstand

Gegen was?

Gegen meine Gefühle?

Ich hasse es zu fühlen

Und doch

Es bleibt ein Hauch von Gefühl

Rebelliert, scheinbar selbstständig

Sollte ich?

Einfache Logik, Vernunft

Erklärt es nicht

Das Unbehagen bleibt

Diese Empfindung eines entfernten Fühlens

Ich sollte nicht

Ich kenne meine Gefühle!

Nur scheinbar…

Es grüsst Herr Mannelig

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